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Örtliche Einsatzleitung

Die Aufgabe des Rettungsdienstes schließt neben der regulären Notfallrettung auch die Bewältigung von Notfallereignissen mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Erkrankten ein. Beim Massenanfall von Verletzten (MANV) bzw. dem Massenanfall von Erkranken (MANE) handelt es sich um ein Großschadensereignis, wobei die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) des Rettungsdienstes über die Leitstelle alarmiert wird.


Die ÖEL koordiniert bei größeren Einsätzen alle beteiligten Rettungsmittel und sorgt für eine effiziente Zusammenarbeit, Einsatzplanung und Logistik. Sie behält den Überblick, trifft Entscheidungen und gewährleistet die reibungslose Abwicklung des Einsatzes. Die „Örtliche Einsatzleitung“ besteht mindestens aus einem Leitenden Notarzt (LNA) und einem Organisatorischen Leiter (OrgL).

Zur Besetzung der ÖEL unterhält der Rettungsdienst der KreisWirtschaftsBetriebe Goslar daher eine OrgL- und eine LNA-Gruppe, welche an 365 Tagen 24 Stunden in der Freizeit zusätzlich zu regulären Diensten die Einsatzbereitschaft der ÖEL aufrechterhält.

Im Jahr 2025 wurde die Örtliche Einsatzleitung ca. 30-mal alarmiert.

Leitender Notarzt / leitende Notärztin (LNA)

Der Leitende Notarzt ist ein speziell weitergebildeter Arzt oder Ärztin, der im Falle eines großen Schadensereignisses als Bestandteil der ÖEL den Organisatorischen Leiter (OrgL) in seiner Arbeit unterstützt. Er hat dabei vor allem die medizinische Leitung in seiner Verantwortung und führt alle am Einsatz beteiligten Notärzte.

Der Leitende Notarzt im Landkreis Goslar ist an seiner weißen Weste erkennbar, die den Schriftzug „Leitender Notarzt“ trägt. Darüber hinaus ist er Teil einer Gesamteinsatzleitung, die sich unter anderem aus Kräften der Feuerwehr, der Hilfsorganisationen und der Polizei zusammensetzt.

Aufgaben des Leitenden Notarztes sind insbesondere:

  • Beurteilung der Schadenslage nach medizinischen Kriterien
  • Sichtung und Kategorisierung der Verletzten
  • Festlegung der Behandlungspriorität und -qualität
  • Einteilung der Notärzte
  • Unterstützung des Organisatorischen Leiters

Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgL RD)

Der OrgL ist, neben dem LNA, die zweite wichtige Führungskraft bei einem Großschadensereignis. Zusammen besetzen sie die ÖEL, wobei der OrgL die Organisation der medizinischen Einsatzstelle verantwortet. Er koordiniert die Abläufe, stellt die benötigten Rettungsmittel sicher und behält den Überblick über alle eingesetzten Fahrzeuge und Besatzungen des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen und organisiert die Klinikplätze für alle Verletzen und Erkrankten.

Der Rettungsdienst unterhält für den OrgL einen Kommandowagen auf Basis des Skoda Yeti. Das Fahrzeug ist mit einer versteckten Sondersignalanlage ausgerüstet und im Straßenverkehr durch seine typische rettungsdienstliche Beklebung erkennbar. Zur Ausstattung gehören unter anderem Funkgeräte, Einsatzwesten und Dokumentationsmaterial.

Aufgaben des Organisatorischen Leiters sind insbesondere:

  • Beurteilung der Schadenslage aus taktisch-operativer Sicht
  • Festlegung des Standorts von Patientenablage und Behandlungsplatz, Rettungsmittelhalteplatz etc.
  • Sicherstellung der benötigten Ressourcen (z. B. Personal, Fahrzeuge, Material)
  • Organisation des Abtransports in die festgelegten Zielkrankenhäuser

Einsatzleitwagen (ELW)

Zur Unterstützung der ÖEL hält der Landkreis Goslar einen Einsatzleitwagen 1 vor, welcher vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) ehrenamtlich besetzt wird. Der ELW dient als mobile Kommandozentrale für die Einsatzleitung und ermöglicht eine schnelle und effektive Koordination bei Großschadenslagen.

Aufgaben des Einsatzleitwagens sind insbesondere:

  • Übernehmen der Kommunikation zwischen Rettungsleitstelle und eingesetzten Kräften
  • Übernahme von administrativen Aufgaben (z.B. Dokumentation, Nachforderung von Rettungsmitteln)
  • Unterstützung und Entlastung des LNA und des OrgL